Nachrichten aus der Zukunft

90.4
Man konnte Nachrichten aus der Zukunft nicht einfach akzeptieren und zur Tagesordnung übergehen, ohne zugleich an all die möglichen Folgen zu denken, die diese nach unserem vertrauten physikalischen Weltverständnis auslösen müssen. Das Großvaterparadoxon ist in aller Munde und auch Aktienkurse aus der Zukunft hätten mit Sicherheit nicht nur lokale Auswirkungen.
Wie also mit diesen Daten umgehen, wie der Versuchung widerstehen, die eigene Zukunft verändern zu wollen und dabei zu riskieren, sie vielleicht zu zerstören oder schlimmer sich selbst aus dem Universum zu katapultieren?
Die Antwort war einfach: Da Zeit reine Illusion ist, kann sie auch nicht verändert werden. Das Einzige, was sich ändert, ist die Perspektive, aus der man die eigene Welt sieht.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft waren Begriffe, die erst durch die Eigenart der menschlichen Wahrnehmung, Dinge nach bestimmten Mustern ordnen zu müssen, ihre Daseinsberechtigung erhielten – zur Verteidigung der Menschen muss hinzugefügt werden, fast alle intelligenten Lebewesen eines beliebigen Universums erliegen derselben Sinnestäuschung.
Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Zunahme der Entropie, der Grad der Unordnung, als unbestechlicher Richtungspfeil in die Zukunft interpretiert wird, was ja im Grunde nicht falsch ist. Was allerdings die meisten Menschen vergessen oder einfach nicht wissen, ist der Umstand, dass dieser für uns sehr reale Zeitpfeil im thermodynamischen Gleichgewicht nicht existiert. In diesem Gleichgewichtszustand gibt es keine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, dieser Zustand ist gewissermaßen zeitlos.

IV.Interferenz
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